Worum geht es in dieser Gesellschaft, in unserem Land Deutschland?
1. Arbeitsleistung zur Grundlage der Teilhabe
am Wohlstand zu machen, ist gerecht, solange Wohlstand überwiegend
durch menschliche Arbeitskraft erzeugt wird. Heute aber wird
menschliche Arbeitskraft mehr und mehr durch "Maschinen" (Automaten,
Computersoftware) ersetzt.
Halten wir dennoch an der
ausschließlichen Verteilung von Einkommen über Arbeitsleistung fest,
führt das entweder zu steigender Arbeitslosigkeit oder zu sinkenden
Einkommen.
2. Der Wohlstand unseres
Landes ist der Wohlstand aller Bürger. Er geht auf die Leistungen aller
Bürger zurück, auch auf die Leistungen vorangehender Generationen.
Deshalb gebietet es die Gerechtigkeit, alle Bürger an diesem Wohlstand zu beteiligen.
3.
Unser Wohlstand ist das Ergebnis erfolgreicher Innovationen.
Innovationen steigern die Produktivität und befördern die
Wertschöpfung: Sie ermöglichen es, Arbeitsabläufe zu automatisieren und
menschliche Arbeitskraft einzusparen.
Arbeitslosigkeit ist kein
Zeichen von Armut, sondern ein Ausdruck der Produktivität und des
Vermögens unseres Landes.
4. Verzicht auf Innovationen ist Verzicht auf Wohlstand und damit auf Freiheit von unnötiger Arbeit.
Freiheit der Bürger ist auch Freiheit von unnötiger Arbeit, die durch
programmierbare Automaten verrichtet werden kann.
5.
Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger zur Arbeit zu zwingen, mißtraut
ihrer Gemeinwohlbindung und schränkt die bürgerlichen Freiheiten ein.
6.
Das Festhalten am Ziel der Vollbeschäftigung hat zur Folge, daß
Arbeitslose und Arbeitnehmer für die wirtschaftliche Produktivität
unseres Landes bestraft werden.
Sie werden gezwungen, ihre
Arbeitskraft zu sinkenden Löhnen und Gehältern bei reduzierter sozialer
Absicherung zu verkaufen, obwohl ihre Arbeitskraft nicht mehr benötigt
wird.
7. Das Festhalten am Ziel
der Vollbeschäftigung hat zur Folge, daß Bürger - ohne Not - dauerhaft
zu Tätigkeiten gezwungen werden, die automatisierbar sind.
Automatisierbare Arbeit ist ersetzbare Arbeit; ersetzbare Arbeit kann
nicht sinnstiftend sein.
Das Festhalten am Ziel der
Vollbeschäftigung geht somit für eine steigende Anzahl von Bürgern mit
dem Verlust beruflicher Sinnstiftung einher.
8.
Das Festhalten am Ziel der Vollbeschäftigung zieht eine Verschwendung
von Lebenszeit der Bürger nach sich, weil sie an geisttötende,
unwürdige Arbeiten gebunden werden. Die Zeit wird sinnlos "abgesessen"
und kann nicht für sinnvolle Tätigkeiten genutzt werden; die Würde des
Menschen wird mißachtet.
9. Wenn
Würde und Integrität von Menschen nicht mehr die oberste Richtschnur
politischer Entscheidung sind, wird das politische Gemeinwesen in
seinen Grundfesten erschüttert.
Wir schlagen vor:
Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger ...
...
stärkt die Familie. Sie kann sich der Erziehung und der Fürsorge für
ihre Kinder widmen, ohne sich um ihre Einkommenssicherung zu sorgen.
...
fördert Innovation in allen gesellschaftlichen Bereichen und ermöglicht
die dazu erforderliche Muße. Innovative Ideen können frei entwickelt
werden, ohne daß sie vom Absatz an einem Markt abhängig sind.
...
stärkt die Unternehmen. Sie können automatisieren, ohne sich Sorgen um
entlassene Mitarbeiter zu machen. Sie können auf leistungsbereite
Mitarbeiter setzen, denn Erwerbsarbeit wird freiwillig geleistet.
...
stärkt die Volkswirtschaft. Unproduktive Industrien und
Wirtschaftszweige müssen nicht mehr subventioniert werden.
...
ermöglicht einen umfassenden Abbau von Bürokratie, auch in den
Sozialsystemen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen ersetzt
weitestgehend bestehende Sozialleistungen.
Ein
bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger stärkt die Bereitschaft,
Verantwortung zu übernehmen, und gibt ihnen die Freiheit dazu.
Ute Fischer, Stefan Heckel, Axel Jansen, Sascha Liebermann, Thomas Loer
Freiheit statt Vollbeschäftigung hier gibt's mehr Infos
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