Wer in Trier gräbt stösst früher oder später auf antike Überreste. Ganze Villen liegen auch heute noch im Erdreich versteckt.Damit hier nichts zerstört wird durch Bauarbeiten, soll ein Grabungsschutz her.
Das Schutzgebiet, das die Stadt in Absprache mit der Landesarchäologie
und dem Rheinischen Landesmuseum festgelegt hat, umfasst teils
zusammenhängende 13 Einzelzonen.
1. Petrisberg: Dort errichteten die Römer um 30 v. Chr. ein 50
Hektar großes Militärlager für zwei Legionen, das in Nordwesteuropa
einmalige war. Bisher wurden zahlreiche Gebäudestrukturen nachgewiesen.
2. Antikes Stadtgebiet: 285 Hektar großer Bereich zwischen Porta
Nigra und Töpferstraße, im späten 2. Jahrhundert mit einer 6,4
Kilometer langen Stadtmauer umgeben.
3. Nördliches und südliches Gräberfeld: Die Römer bestatteten
ihre Toten außerhalb der Stadtmauern. Im Norden und im Süden entstanden
ausgedehnte Friedhöfe und im Mittelalter bedeutende Abteien wie St.
Maximin und St. Matthias.
4. Abteibereich St. Martin: Das Kloster wurde auf den Überresten
einer ausgedehnten antiken Villenanlage errichtet, die Häuser befinden
sich teilweise noch heute im Boden.
5. Abteibereich St. Maria ad Martyres: Dort steht heute das
Exzellenzhaus. Vieles spricht dafür, dass Triers Bischöfe nach der
mehrfachen Zerstörung Triers und des Doms im 5. Jahrhundert zeitweilig
dort residierten.
6. Moselbett mit Römerbrücken: Die um das Jahr 150 erbaute
Römerbrücke ist bereits der dritte Flussübergang in diesem Bereich. Die
Vorgängerbrücken stammten von 18/17 v. Chr. und 71 n. Chr. Interessant
ist die Zone auch, weil sich noch viele Opfergaben (vor allem Münzen)
im Flussgrund befinden dürften.
7. Vicus Voclannionum mit Gräberfeldern/Trier-West: Die
ausgedehnte römische Brückenkopfsiedlung Voclannionum gilt als
reichhaltige Fundgrube. Viele Gebäudereste und Gräber wurden im Lauf
der Jahrtausende von Moselsand-Anschwemmungen überdeckt und sind bis
heute unangetastet.
8. Tempelbezirk Irminenwingert und Tempel des Lenus Mars: Erst
Stammesheiligtum der Treverer, nach der Romanisierung gigantische
Tempelanlage. Am steilen Hanganstieg dürfte sich das bislang noch nicht
zweifelsfrei lokalisierte römische Theater befunden haben.
9. Römische Villenanlage und Gräberfelder in Euren: Der
Überlieferung nach steht die St.-Helena-Kirche auf einem Palast der
Kaiserin Helena. Fakt ist: Der antike Vorgänger-Bau war prachtvoll und
herrschaftlich ausgestattet. In der Umgebung befinden sich römische und
fränkische Gräberfelder.
10. Spätantike Palastburg Pfalzel: Kaiser Valentinian errichtete
um 370 eine befestigte Palastanlage, die in der Kirche St. Marien, der
erzbischöflichen Burg und angrenzenden Privathäusern noch teilweise
erhalten ist. Im Mittelalter diente der Ex-Palast teilweise als Kloster.
11. Antiker Flussübergang zwischen Biewer und Trier-Nord: Die
Nordbrücke, die einen Großteil der heutigen Trierer Verkehrsprobleme
lösen könnte, ist ein alter Hut. Im späten 4. Jahrhundert aus Holz
errichtet, dürfte sie insbesondere dem Kaiser als Schnellverbindung zum
Palast in Pfalzel gedient haben.
12. Antike Siedlungskerne in Ehrang: Der Stadtteil Ehrang weist
mehrere treverisch-römische Siedlungskerne und Gräberfelder auf, die
aber nur als "Spitze des Eisbergs" gelten. In der Niederstraße könnte
sich ein Jupiter-Tempel befunden haben.
13. Ruwer-Wasserleitung: Die im 2. Jahrhundert angelegte und
12,8 Kilometer lange Wasserleitung ist ein herausragendes Kultur- und
Technikdenkmal. Von Waldrach aus versorgte sie Trier mit Wasser. An der
Ecke Berg-/Schützenstraße erreichte sie das Stadtgebiet.














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