Kernkraftwerke hat niemand gerne in unmittelbarer Nähe. Das grenznahe französische Kernkraftwerk Cattenom befindet nur wenige Kilometer Luftlinie von der Region Trier entfernt. Wie sicher sind wir in der Großregion Trier? In den vergangenen Wochen kam es gehäuft zu Pannen im Kernkraftwerk Cattenom an der lothringischen Mosel. Kürzlich wurde ein Arbeiter verstrahlt.
Kritiker des Kraftwerks warnen vor zunehmender Gefahr.
Das Kernkraftwerk wird als ein Sicherheitsrisiko wegen mangelnder Erdbebensicherheit
der technischen Installationen angesehen, da die sicherheitsrelevanten
Ventile nach einem Erdbeben nicht mehr funktionieren würden.
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Am 25. April 2010 berichtete der Trierische Volksfreund:
Kernschmelze im Kernkraftwerk Cattenom -
Anfang April wurde dieser Gau (größter anzunehmender Unfall) in einer
Großübung simuliert (der TV berichtete). Doch ein solcher Unfall könnte
sich jederzeit tatsächlich ereignen, glauben jedenfalls Gegner des
Atomkraftwerkes an der lothringischen Mosel. Stephanie Nabinger,
Grünen-Vorsitzende in Saarburg und Gründerin der Bürgerinitiative
Cattenom - no merci, ist eine dieser Kritiker. Sie nennt als Beispiel
die beiden Schnellabschaltungen von Reaktoren im März. Einmal waren
technische Probleme an einer Turbine, beim zweiten Mal ein falsches
Signal an einem Messpunkt der Grund für die automatische Abschaltung.
Außerdem gab es Probleme beim Austausch der Brennelemente im vierten
Block des Kernkraftwerkes. Zwei der insgesamt 53 Steuerstäbe, mit denen
der Reaktor geregelt und im Notfall abgeschaltet werden kann, blieben
stecken. Laut Nabinger hätte das dazu führen können, dass es zu einer
unkontrollierten Kettenreaktion und damit zu einem Gau hätte kommen
können. Zwar konnte der Fehler in Cattenom behoben werden. Allerdings
gab es zuvor eine solche Panne mit Steuerstäben in keinem anderen
französischen Atomkraftwerk. Fehler bei den Steuerstäben war auch mit
ein Grund für die Katastrophe im Kernkraftwerk im russischen
Tschernobyl heute vor genau 24 Jahren.
Die Pannenserie in
Cattenom hält an. Vor zwei Wochen wurde ein Arbeiter einer externen
Firma während Wartungsarbeiten im deswegen vorrübergehend stillgelegten
vierten Reaktorblock radioaktiv verseucht. Immer wieder kommt es zu
Arbeitsunfällen in dem Kraftwerk. Laut Kraftwerksdirektor Stéphane
Dupré-la-Tour hat sich deren Zahl im vergangenen Jahr gegenüber 2008
mehr als verdreifacht, was er aber als eine “eher zufriedenstellende
Bilanz” im Hinblick auf die Arbeitsstunden bezeichnet. Für Nabinger
liegt die Steigerung der Unfälle in mangelnden Sicherheitsbewusstsein
der Kraftwerksbetreiber.
Zu diesem Schluss kommt auch die
französische Atombehörde in ihrem kürzlich vorgestellten Jahresbericht.
Zwar stellten die Inspektoren, die das Kraftwerk in Lothringen zwischen
November und Dezember vergangenen Jahres routinemäßig fünf Mal
kontrollierten, keine gravierenden Mängel fest, aber nicht alles von
dem, was im Jahr zuvor bereits bemängelt worden sei, sei verbessert
worden. Dabei geht es vor allem um Verbesserungen von Arbeitsabläufen.
Angemerkt
wird auch, dass es 2009 zwei Mal zu erhöhten Ableitungen von
Kühlflüssigkeit gekommen ist. Insgesamt hätten die Inspektoren aber
einen positiven Eindruck von dem Kraftwerk gehabt, heißt es in dem
Bericht.
Nabinger, die auf dem Saargau in Sichtweite des
Kraftwerks lebt, will zusammen mit anderen Organisationen gegen
Cattenom mobilmachen. Für September plant die Bürgerinitiative eine
Demonstration im saarländischen Perl. Vielleicht zeigt sich dann auch
dort das Wiedererstarken der Anti-Atomkraftbewegung wie in
Norddeutschland.
















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